Siebenstein – Spiel- & Spaßlieder mit Rabe Rudi und seinen Freunden
25 Jahre „Siebenstein“, die erfolgreiche ZDFtivi-Serie feiert Jubiläum. Die musikalischen Bewohner besingen zu diesem Anlass eine ganz besondere Sammlung von Liedern und zwar die 20 witzigsten aus der Serie: Siebenstein – Spiel- & Spaßlieder mit Rabe Rudi und seinen Freunden erscheint am 18. Oktober 2013.
Alle Texte, wie auch die Kompositionen stammen aus der Feder des Musik-Poeten Stefan Waggershausen. Dessen feiner Humor durchzieht das komplette Album und ist eigentlich in jedem der 20 Songs spürbar. Das macht nicht nur den kleinen Siebenstein-Fans gute Laune, das sorgt auch für Erheiterung bei den Erwachsenen. Ebenso wird man das Gefühl nicht los, dass auch Musiker und Sänger ihre diebische Freude bei der Produktion hatten, die sich automatisch auf die Zuhörer überträgt. Frau Siebenstein gespielt und gesungen von Henriette Heinze, ist übrigens die einzige in dem Trio die wirklich singen kann. Mit ihrem klaren, schönen Sopran veredelt sie die Spaßlieder. Wobei es nicht auszuschließen ist, dass auch Thomas Rohloff gut bei Stimme ist, aber in der Rolle des Koffers sind seine Sangeskünste gewollt begrenzt, dafür entbehren sie aber nicht der Komik. Rudi Rabe, alias Werner Knoedgen, singt wie er spricht. Er bringt selbstverständlich lispelnd seine Songs mit Verve und sehr überzeugend rüber. 
Das geht gleich mit dem ersten Track „Super-Rudi“ los. Da wird dem von sich schwer angetanen Raben Rudi eine fetzige Helden-Hymne auf die eitle Feder geschrieben, die urkomisch von seinen Großtaten als Retter und Superhelden erzählt. Bescheidener tritt Rudi auch nicht in „Das Bombom-Lied“ auf. In dem flotten Chachacha, erzählt er von sich als Bonbon-Bauch-Genie und verrät eine Menge über seine Naschsucht. In dem fröhlichen „Wir hab‘n Glück mit dem Glück“ sind Rudi und Koffer geradezu zu beneiden. Da muss man den Refrain einfach mitsingen, in der Hoffnung, dass er ansteckend ist: „Egal was ich auch tu, das Glück, es fliegt uns zu!“ Mit schmissiger Stummfilmmucke untermalt ,besingt das Siebenstein-Trio, Rudi , Koffer und Frau Siebenstein, ironisch „Wie schön, dass wir so lieb sind“ und vergessen auch nicht zu erwähnen, „Wir mögen‘s nicht, wenn man so scheinheilig tut, auch ich kann das nicht leiden, ich bin anders – ich bin gut!“ In „Schön ist das Piratenleben“ genießen Rudi und Koffer, im Reggae-Sound, tiefenentspannt das Seeräuberleben. Der Musikstil wechselt gleich im nächsten Song, „Wir machen `ne Party“, ein schräger, ausgelassener und fröhlicher Partysong mit diversen Folk-Elementen. Relativ bekannt dürfte „Tschakatschakamatschmatsch“ (Die Matschmischspuckmaschine) sein, eine schöne Slapstick-Nummer zu der man ebenso gut auch Torten statt Matsch werfen könnte. In „Dein liebster Liebling“ geht es Rudi geradezu bescheiden an, denn er wäre doch so gern „euer allerliebster Doppelhauptgewinn“ und buhlt so charmant um die Herzen seines Publikums. In dem militärisch anmutenden zackigen Song versucht sich der vernaschte Rabe „Rudi der Wächterrabe“ ausgerechnet als Wache für Leckereien. Kann das gut gehen? Darauf folgt „Koffers Dampfexpress“, ein stimmungsvoller Country-Song, der richtig Fahrt aufnimmt und Fernweh weckt. Im Limbo-Karibik-Sound kommt das Putzlied „Der Fleck muss weg“, bei dem man regelrecht Lust bekommt, wenn auch in Ermangelung von Palmenwedeln, den Feudel zu schwingen. In der Bluegrass-Ballade „Vogelscheucherin“ besingen Frau Siebenstein, Koffer und Rudi die Stadtflucht und malen sich das Landleben in den allerschönsten Farben aus. Ein hübscher, flotter Reggae ist „Das Hexeneinmaleins“, in dem sich Frau Siebenstein beim Zaubern die Zähne ausbeißt. Doch Rudi und Koffer reden der frustrierten Siebenstein gut zu, aber so recht will ihr das hexen einfach nicht glücken. In dem vom Ska inspirierten Song „Unsichtbar“ besingen die drei Siebenstein-Bewohner, wie wunderbar es wäre unsichtbar zu sein und welch Schabernack man miteinander treiben könnte und welch unerhörte Streiche man in der Lage wäre sich gegenseitig zu spielen. Etwas gruselig geht es erst in dem Lied „Vampire, Vampire“ zu, doch löst sich die unheimliche Stimmung in einem gemütlichen Walzer auf, wenn Graf Rudi zum Tanz bittet: „Ich möcht dich so gern einmal beißen, rück mal ein Stückchen zu mir, bitte lass mich dich doch beißen, ich wär so gern dein Vampir“. Bei heißen Samba-Rhythmen geht Rudi „Allein gegen den Rest der Welt“ auf Verbrecherjagd, wird aber moralisch wie musikalisch von Koffer und Siebenstein unterstützt. In „Diddeldaddeldingstutu“ besingt das Trio im lustigen Didgeridoo-Sound Australien. Bei Südseeklängen entbrennt bei „Her mit der Schokolade“ ein Streit zwischen Koffer und Rudi. Letzter präferiert die nicht ganz so gesunde Schokolade, während der Koffer doziert, dass Kartoffelbrei bekömmlicher und kräftigender wäre. In „Gold Gold Gold“ wird dem Edelmetall ein hübsches, stimmungsvolles Ständchen gebracht. Hier verleiht Rudi hingebungsvoll seiner Liebe zu allem was blitzt und funkelt Ausdruck. Ganz zum Schluss, im netten Schubidu-Song, besingt Rudi Rabe jammernd das Unmögliche: „Eine Nacht ohne Teddy“, nein, das ist fast zu schön zum Aushalten. Natürlich fehlt auch hier das Augenzwinkern nicht.
So verlässlich Wortwitz und Frohsinn jedem Song innewohnen, so abwechslungsreich sind die Musikstile der 20 Lieder, so dass man am Ende eine kleine Weltreise mit dem Siebenstein-Trio unternommen hat. Zumindest musikalisch und in bester Gesellschaft bereist man USA, Australien, die Karibik, Lateinamerika und Europa. Das ist wirklich eine Supersause, die sich lohnt und richtig Spaß macht.