Der kleine König feiert 15jähriges Jubiläum

„Der kleine König“ feierte vor 15 Jahren in der Sendeschiene „Unser Sandmännchen“ Premiere und ist seit dem ein Riesenerfolg. Neben den insgesamt 72 Filmen  vom „kleinen König“, die übrigens auch in Italien und Israel, in Polen, Finnland und Lateinamerika, sowie in  Slowenien und Tschechien laufen, gibt es auch Hörspiele, Bücher, DVDs, Plüsch, Kalender, Spiele und Besteck. Zum 15.ten Geburtstag wird nun erstmals eine Handpuppe und ein Kartenspiel vom kleinen König erscheinen. 2008, zum zehnten Jubiläum des kleinen Königs, wurde gar ein ganzer Themen-Spielplatz im Berliner Stadtteil Friedenau eingeweiht. Die Bücher vom kleinen König feiern mittlerweile eine Auflagenhöhe von 3,2 Millionen. Neun Theater in Deutschland bringen inzwischen elf verschiedene Stücke vom kleinen König auf die Bühne. Die Erfinderin des kleinen Königs, Hedwig Munck, lebt und arbeitet mit ihrem Mann Andreas Munck in Berlin. Gemeinsam gründeten sie vor vielen Jahren eine Familie (David, 1985 und Lilith, 1987) und eine Firma die Trickfilmproduktion Lindwurmfilm. Die Kinder sind mittlerweile aus dem Haus, aber Der kleine König lernt hier immer noch das Laufen.

Prima Presse sprach mit der Königin Mutter, Hedwig Munck. Das Interview ist u.a. hier, wie auch im Vorlese-Blog von Ellermann www.blog.ellermann.de nachzulesen: 

Als Sie den kleinen König vor 15 Jahren aus der Taufe gehoben haben, waren Sie selber Eltern von kleinen Königen und Prinzessinnen. Sie hatten lebendige Vorbilder. Wo nehmen Sie die heute her?

HM: Mich inspiriert alles Zwischenmenschliche. Ob sich jemand daneben benimmt, sich vor der Arbeit drückt, den inneren Schweinehund – erfolglos- bekämpft oder seine Neugierde nicht im Zaum halten kann. Szenen im Bäckerladen, beim Hundespaziergang, auf dem Spielplatz und zu Hause, geben immer wieder Stichworte für Themen mit Konfliktpotenzial. In einer Mischung aus Spott und Selbsterkenntnis  eigener Schwächen erzähle ich darüber in Form von runden Geschichten.

Wird es nicht langweilig, wenn man nicht wachsen darf?

HM: Die Vorstellung, dass ich irgendwann davon erzählen müsste, wie der kleine König seine Alterszipperlein bekämpft und mit dem Lifta-Sessel die Wendeltreppe im Schloss hochfährt… finde ich nicht wirklich attraktiv. Umso mehr, als ich mental in mancher Hinsicht auf dem Stadium der 6-8 Jährigen stehengeblieben bin. Ist doch schön, dass dieser Teil von mir in den Geschichten „for ever young“ bleiben kann. Außerdem: im Erzählstil gibt’s auch eine Entwicklung – Geschichten von heute unterscheiden sich durchaus von den Früheren, Zeitgeist, eigene Entwicklung – vieles spielt dabei eine Rolle. Wirklich wachsen tun Figuren nämlich nicht, indem sie älter werden. Sie wachsen, indem sie reifer werden, weil der lebende Künstler sie entwickelt und pflegt. So sind in der Schlossgesellschaft im Lauf der Zeit z. B. ein paar neue Figuren dazu gekommen – insbesondere die kleine Prinzessin und Tante Röschen -, und die schon bekannten haben mehr Persönlichkeit und besondere Vorlieben entwickelt.

Wie kam es, dass Sie Geschichten für Kinder erzählen wollten?

HM: Andreas wurde im elterlichen Betrieb ja eher für den wissenschaftlichen Lehrfilm ausgebildet. Da ich aber schreibe und zeichne, bestimme ich aber das Genre (hihi). Und ebenso leidenschaftlich wie ich zeichne, so gerne lese ich Kinderbücher und sehe Kinderfilme. Wenn rechts ein Kinderbuchladen ist, und links ein Klamottenladen-  muss ich nicht lange nachdenken. Selbst wenn es sich links um einen Schuhladen handelt…

Zeichnen Sie eigentlich auch in Ihrer Freizeit? Wenn ja, was?

HM: Wenn „man mich lässt“(Zeitmangel) – male ich mit Pinsel auf Staffeleien. Und ich zeichne sehr gern auf Skizzenblocks. Und beim Telefonieren und beim Nachdenken und –  halt immer, wenn ein Stift sich nicht rechtzeitig dünn macht. Manisch? Jap.

 

Wenn man so eine Figur, wie den kleinen König geschaffen hat, die in zig Sprachen übersetzt wird, von dem es Kalender, Bettwäsche und Glückwunschkarten gibt, hat man es dann geschafft?

 

HM: Wenn man Kunst für die Jüngsten macht, wird man nicht reich. Aber zufrieden 😀

Denn, auch wenn ich mir gern etwas mehr Zeit für meine Arbeit nehmen würde, finde ich, dass wir einen wunderbaren Beruf haben. Bis heute liebe ich den Moment, wenn hunderte gezeichnete Figuren anfangen, schrittweise ihr Eigenleben zu führen. Erst ist da nur ein Strichmännchen, dann lernt es laufen und schaut mich an, lacht frech und zuletzt spricht es sogar. Und bringt mich – musikalisch untermalt – mit meinen eigenen Worten zum Lachen. Das ist immer wieder ein herrliches Happy End.


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