{"id":1349,"date":"2016-02-10T19:29:32","date_gmt":"2016-02-10T19:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/prima-presse.de\/?p=1349"},"modified":"2016-02-11T08:52:36","modified_gmt":"2016-02-11T08:52:36","slug":"schnaps-im-wasserkessel-schock-schwere-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/prima-presse.de\/?p=1349","title":{"rendered":"\u201eSchnaps im Wasserkessel\u201c &#038; \u201eSchock, schwere Not!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am 17.03.16 ver\u00f6ffentlicht Fastbreak Entertainment die beiden ostfriesischen Dokumentationen \u201eSchnaps im Wasserkessel\u201c und \u201eSchock, schwere Not!\u201c, mit denen der aus dem Rheiderland stammende Regisseur und Autor Hans-Erich Viet den Menschen seiner Heimat ein Denkmal setzt. Der \u00e4ltere Film, von 1991, war die Abschlussarbeit des Regisseurs an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Er wurde 1992 daf\u00fcr mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. <a href=\"https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchnapsImWasserkessel_DVDPackshot_3D.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1350\" src=\"https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchnapsImWasserkessel_DVDPackshot_3D-205x300.jpg\" alt=\"SchnapsImWasserkessel_DVDPackshot_3D\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchnapsImWasserkessel_DVDPackshot_3D-205x300.jpg 205w, https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchnapsImWasserkessel_DVDPackshot_3D-698x1024.jpg 698w, https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchnapsImWasserkessel_DVDPackshot_3D.jpg 1344w\" sizes=\"(max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im ostfriesischen Rheiderland wurde 1950 ein Amateurfilm \u00fcber die Landarbeiter bei der Einbringung der Ernte gedreht. In den alten Dokumentaraufnahmen droschen die Arbeiter nach einer l\u00e4ngst veralteten Methode Raps und wurden daf\u00fcr anschlie\u00dfend mit Schnaps und Rosinenbrot entlohnt. Vierzig Jahre sp\u00e4ter verwendet Hans-Erich Viet einige dieser Bilder f\u00fcr seine Dokumentation \u201eSchnaps im Wasserkessel\u201c. \u00c4sthetisch passt sich der in Farbe gedrehte 16mm-Film den alten Schwarzwei\u00df-Aufnahmen an. Im Winter, bei grauem Licht, l\u00e4sst er die Landarbeiter, Bauern, Knechte, M\u00e4gde , Schnaps- und Ziegelbrenner, J\u00e4ger und VW-Arbeiter im Original-Ton, im Rheiderl\u00e4nder Platt, zu Wort kommen. So entstand eine \u00fcberaus genaue, lebendige Studie \u00fcber die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Menschen. Die Eintrittskarte in die guten Stuben der Einheimischen erhielt Hans-Erich Viet durch seine soziale Akzeptanz. Als Enkel eines ehemaligen Landarbeiters spricht er ihre Sprache. Unmittelbar, unverstellt und bescheiden, aber immer mit einem gewissen Schalk, akzeptieren sie den Regisseur als einen der ihren und gew\u00e4hren tiefe, eindringliche, zum Teil sehr ber\u00fchrende Einblicke, die leise, lakonisch, manchmal lyrisch zu einem gro\u00dfen Ganzen verwoben sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchockSchwereNot_DVDPackshot_3D.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1352\" src=\"https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchockSchwereNot_DVDPackshot_3D-202x300.jpg\" alt=\"SchockSchwereNot_DVDPackshot_3D\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchockSchwereNot_DVDPackshot_3D-202x300.jpg 202w, https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchockSchwereNot_DVDPackshot_3D-690x1024.jpg 690w, https:\/\/prima-presse.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SchockSchwereNot_DVDPackshot_3D.jpg 1339w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>Beide Filme eint das Rheiderl\u00e4nder Platt, das ausschlie\u00dflich von den Protagonisten gesprochen wird und in beiden Filmen hochdeutsch untertitelt ist. \u201eSchock, schwere Not!\u201c verl\u00e4sst sich ganz auf bzw. erz\u00e4hlt sich allein \u00fcber die O-T\u00f6ne. Zentrales Thema ist die Sturmflut von 1962 im Rheiderland, bei der es fast zum Super-Gau gekommen w\u00e4re. Zwei Menschen starben damals. Die Zeitzeugen erinnern sich und stellen dem Filmemacher ihre privaten Super8-Filmaufnahmen zur Verf\u00fcgung. Die stehen diesmal in einem starken Kontrast zu den 2012 eingefangenen Erinnerungen der Menschen an die Sturmflut, die allesamt unter einem strahlend blauen, friesischen Himmel eingefangen wurden.<\/p>\n<p>&#8222;Das hat f\u00fcr mich einen unglaublichen Reiz ausgemacht. Jede Geschichte braucht seine spezielle Form&#8220;, erz\u00e4hlt der Filmemacher. &#8222;Man steht da auf dem Deich bei sch\u00f6nstem Sonnenschein und konzentriert sich auf eine Katastrophe, die allein im Kopf stattfindet.&#8220;<\/p>\n<p>Auch bei dieser mehr als zweist\u00fcndigen Eigenproduktion sind wieder die Rheiderl\u00e4nder selbst die eigentlichen Stars des Films. Durch ihre Erz\u00e4hlungen der noch glimpflich abgelaufenen Katastrophe erfahren wir Vieles aus ihrem sozialen Umfeld. Alle Beteiligten waren damals in ihren Zwanzigern oder j\u00fcnger, es kommen auch Geschichten zutage \u00fcber Mopeds und Roller, vereinzelte Fernseher in der Urform des Public Viewing, Tabak pflanzende Gro\u00dfv\u00e4ter, H\u00fchner, die wild auf Stichlinge sind und alte M\u00e4nner, die zur Not auch auf B\u00e4ume klettern. Ein breites Spektrum ostfriesischer Heimatgeschichte, mit angemessenem Humor erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf die Frage, was den Rheiderl\u00e4nder denn eigentlich ausmachen w\u00fcrde, antwortet Hans-Erich Viet etwas kryptisch: &#8222;Ja, der Rheiderl\u00e4nder ist schon eine spezielle Abteilung der Ostfriesen. Ich glaube, das kommt durch die Abgelegenheit, die Abgrenzung durch eine Art Halbinsel, der Ems, der Dollart und der Grenze zu Holland. Er ist geografisch getrennt vom Rest Ostfrieslands. Die Rheiderl\u00e4nder sind schon irgendwie \u201eanders\u201c, aber wie \u201eanders\u201c, wei\u00df ich auch nicht so genau, bzw. ich wei\u00df nicht, wie ich das sagen soll. Aber wer das wissen m\u00f6chte, bekommt in den beiden Filmen vielleicht eine Antwort.&#8220; Eine sehr unterhaltsame, muss an dieser Stelle noch hinzugef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p>Wer das Gl\u00fcck hat, in oder um Hamburg zu leben, bekommt am 13.03.16 die einmalige Gelegenheit \u201eSchnaps im Wasserkessel\u201c auf der gro\u00dfen Leinwand zu erleben. Das <a href=\"http:\/\/magazinfilmkunst.de\/\">MAGAZIN-Filmkunsttheater<\/a> Zeigt die Dokumentation ab 15.00 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs. Hans-Erich Viet ist ein gro\u00dfartiger Geschichtenerz\u00e4hler und wird nach der Vorf\u00fchrung Fragen beantworten. Schnaps gibt es mit Sichheit auch und zwar nicht im Wasserkessel. Also, nichts wie hin!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 17.03.16 ver\u00f6ffentlicht Fastbreak Entertainment die beiden ostfriesischen Dokumentationen \u201eSchnaps im Wasserkessel\u201c und \u201eSchock, schwere Not!\u201c, mit denen der aus dem Rheiderland stammende Regisseur und Autor Hans-Erich Viet den Menschen seiner Heimat ein Denkmal setzt. Der \u00e4ltere Film, von 1991, war die Abschlussarbeit des Regisseurs an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. 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