Quirinius Quinn – Der Junge aus der Seifenblase

Mit Quirinius Quinn erobert ein neuer, entwaffnend freundlicher Held die Kinder- und Hörbuchwelt. In seiner magischen Seifenblase landet der rothaarige Lockenschopf immer genau dort, wo Kinder Sorgen haben. Quirinius Quinn und seine weise Freundin, die sprechende Schildkröte Tortusia, haben die besondere Gabe, in die Menschen hinein zu schauen. Sie machen den Kindern Mut, ihre Nöte zu erkennen und selbständig Lösungen aus ihrer Misere zu finden.

Sie sind ein ungleiches Paar, der Junge in Latzhose und Ringelshirt und mit dem roten Lockenkopf und seine Freundin, die Schildkröte Tortusia. Er ist noch ein Kind, Tortusia hat dagegen bereits 123einhalb Jahre auf dem Buckel. Doch so unterschiedlich sie äußerlich erscheinen mögen, so gibt es doch auf den zweiten Blick eine Menge Übereinstimmungen.  Beide leben nicht an einem festen Ort, und wo immer sie sich gerade befinden, sind sie auch zu Hause. Denn Quirinius wohnt in einer schillernden Seifenblase die ihn ständig begleitet und Tortusia trägt ihre Behausung mit sich herum. Beide interessieren sich nicht für das Gestern oder Morgen, sondern sie existieren nur für den Moment und sind ganz im Hier, Jetzt und Heute verhaftet.  Beide reisen gerne in der Seifenblase und mit der hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Selbstverständlich schillert sie in allen Farben des Regenbogens, trotzdem kann man sich in ihr spiegeln. Darüber hinaus funktioniert sie wie eine Laterna Magica, zeigt das Gewesene und projiziert das Mögliche. Sogar die Träume der Kinder sind auf ihr zu sehen. Überdies reagiert die Seifenblase auf Kinder mit Sorgen und Nöten, wie eine Wünschelrute auf Wasser. So kommt es, dass Quirinius Quinn und Tortusia immer dort landen, wo ein Kind gerade mit seiner Situation nicht alleine fertig wird.

Einmal ist es Elisa, die sich nach den Sommerferien von ihren Freundinnen ausgegrenzt fühlt. Denn die verschwinden immer urplötzlich in der Pause und Elisa hat keine Ahnung wohin. Wollen die Freundinnen Elisa nicht mehr dabei haben und verstecken sich vor ihr oder ist sie einfach zu blöde, die Treffpunkte zu finden? Elisa ist traurig und weiß nicht mehr weiter. Alleingelassen verbarrikadiert sie sich hinter ihrer Hilflosigkeit.  So trifft sie auf Quirinius Quinn, dessen offenherziger Freundlich- und Fröhlichkeit sie beim besten Willen nicht widerstehen kann. Zaghaft wagt sie sich hinter ihren Schutzmauern hervor und öffnet sich dem Jungen, der ihr direkt ins Herz zu gucken scheint. Quirinius Quinn führt Elisa zu seiner Seifenblase, und was sie darauf sieht, eröffnet ihr einen ganz neuen Blick. Jetzt weiß sie, wie sie die Sache mit ihren Freundinnen angehen will, die Seifenblase malt Elisas Idee in warmen Farben aus.

Niklas ist von einem wilden Zerstörungswillen beseelt, als er fluchend und mit Steinen werfend auf Quirinius Seifenblase trifft. In letzter Sekunde kann Tortusia Quirinius zur Hilfe, rufen, der sich schützend vor dem wildgewordenen Jungen aufbaut. Was das Kind so aggressiv macht, zeigt sich in der heil gebliebenen Seifenblase. Mit der Wahrheit konfrontiert, sackt  Niklas in sich zusammen. In Wirklichkeit ist der reiche Junge ein ganz armes Würstchen. Aber auch in ihm entdecken Quirinius und Tortusia nur das Gute, obwohl Niklas es den beiden bestimmt nicht leicht macht. Nachdenklich trollt sich der Junge, der nun eine ganz neue Sicht über wer und was etwas wert ist, mit sich trägt.

Leon findet einfach nicht in den Schlaf. 1000 Gedanken gehen ihm im Kopf herum und der unangenehmste davon ist das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit. Alle seine Freunde können oder haben etwas Besonderes, nur Leon selbst kann mit überhaupt nichts glänzen. Gut, dass mitten in Leons selbstquälerische Gedanken eine Seifenblase platzt. Direkt vor seinem Fenster schwebt sie, groß wie der Mond und darin sitzen ein Junge und eine Schildkröte. Na, wenn das nicht doch etwas Besonderes ist? Auf einem nächtlichen Flug mit der Seifenblase besucht Leon die Träume seiner Freunde. Nach und nach erkennt er, wie nah Fluch und Segen beieinander liegen.

Emily ist gerne für sich. Sie schwärmt für Fantasy-Romane, besitzt aber auch selbst eine blühende Phantasie und zeichnet ihre innere Welt mit Hingabe, Leidenschaft und bunten Farben. Das gelegentliche Gefühl von Leere stopft sie mit süßen und salzigen Leckereien vom Kiosk. Als sie Quirinius und Tortusia begegnet, ist sie nicht gerade erfreut über die Unterbrechung von Schokolade und Schmöker. Gewöhnlich wird sie von anderen als „Specki“, „Walross“ oder „Tonne“ geschmäht.  Doch Quirinius und  Tortusia samt Seifenblase sehen in ihr das kluge, talentierte Mädchen, prall gefüllt mit originellen Ideen. Vor Freude und Stolz vergisst Emily glatt, ihre Schokoriegel weiter zu futtern.

Paul steckt in einer Zwickmühle. Schon lange wünscht er sich, zu einem bestimmten Geheimclub zu gehören. Endlich bietet sich ihm die Gelegenheit, doch die Mutprobe, die er zur Aufnahme in den Club  bestehen soll, hat eigentlich nichts mit Mut zu tun. Das, was Paul tun soll, kommt ihm nur heimtückisch und dumm vor. Quirinius und  Tortusia zeigen Paul mit Hilfe der Seifenblase verschiedene Lösungsmöglichkeiten auf. Paul wählt eine Variante, in der er wirklich seinen Mut unter Beweis stellen kann und zwar so, dass auch die Jungs aus dem Club beeindruckt sein dürften.

Jana und Sophie sitzen dicht beieinander und sind trotzdem weit voneinander entfernt. Sie wälzen ihre Terminkalender und finden einfach nicht zueinander. English for Kids, Geigenunterricht, Tennis oder Reiten – irgendetwas ist immer. Wie kleine Erwachsene spiegelt die Seifenblase Jana und Sophie, die scheinbar schon vergessen haben, wie man den Augenblick genießt, stellt Quirinius kopfschüttelnd fest. Anstatt nach einem freien Tag im Kalender zu suchen, rät er den Mädchen lieber die Gunst der Stunde nutzen und jetzt zu spielen, was das Zeug hält. „Erwachsen sein“, weiß Tortusia, „könnt ihr nämlich noch lange genug.“

Die Autorin mit dem märchenhaften Namen Cilly Holle, kommt ursprünglich aus der Welt der Fakten und Zahlen. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren als strategische Unternehmensberaterin und Coach von Führungskräften. Mit Quirinius Quinn schenkt sie Kindern und Eltern, neben den phantasie- und humorvollen Abenteuern des Jungen aus der Seifenblase, ein mentales Rüstzeug zur Bewältigung von Problemen. Denn ihr Quirinius Quinn und seine Freundin, die Schildkröte Tortusia, lassen die Kinder erkennen, dass zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit meist nur ein paar Millimeter liegen. Oft reicht es schon, ganz genau hinzuschauen, um das Problem und dessen Lösung zu erkennen. Wege aus dem Dilemma finden sich dann meist recht schnell. Mit der magischen Seifenblase setzt die Autorin und Mutter von drei Kindern spielerisch die psychologische Technik der Visualisierung und des Reframings (Umdeutung) ein. Ein ebenso einfacher wie genialer Einfall, um aufzuzeigen, dass es fast keine ausweglosen Situationen gibt, und dass einem immer eine Vielzahl von Möglichkeiten in jeder schwierigen Lage zur Verfügung steht.

Die Geschichten sind für Kinder ab dem Grundschulalter gedacht und behandeln deren Erlebniswelt. Mutproben, Identität, Selbstzweifel, übervolle Terminkalender sind ebenso Thema wie gekaufte Freunde und Versagensängste. Die Botschaft an die Kinder bleibt allerdings immer die gleiche: „Es gibt für alle Probleme eine Lösung und ich kann lernen, sie selbst zu finden!“ Damit richtet sich Quirinius Quinn allerdings auch an Eltern, Großeltern und Pädagogen, sprich an all diejenigen, die Kinder in Ihrer Entwicklung und in ihrem Alltag unterstützen wollen.

Quirinius Quinn ist ein freundlicher, pfiffiger Held, ein Mutmacher und Sorgenfresser, dem man mit großem Vergnügen in seine bunten und spannenden Abenteuer folgt. Die Geschichten verbreiten Zuversicht und Wärme, wozu auch die hochwertige Aufmachung und die liebevollen Aquarellzeichnungen von Lisa Funke beitragen.

Dem Hörbuch fehlen zwar einige dieser schönen Zeichnungen, dafür brilliert hier die vielseitige Mareike Carrière als Vorleserin. Von ihrer schönen, warmen Stimme fühlt man sich sofort an die Hand genommen. Sie haucht nicht nur Quirinius Quinn und seiner Freundin Tortusia Leben ein, sie schafft es, den ganzen Quirinius-Kosmos fühlbar lebendig zu machen. Jedes Kind hat bei ihr eine andere Stimmfarbe, mühelos wechselt sie zwischen fröhlichem Krähen, bösem Bellen und trauriger Verzweiflung. Wie im Fluge sind die 92 kurzweiligen Minuten des abwechslungsreichen Hörbuchabenteuers vorbei geflogen.

 


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